24. Mai 2017

Einen hab ich noch....

Einen Blogpost zur Erstkommunion nämlich ;-)


Da kam ich eben wieder drauf, als ich endlich die letzte Deko mal verräumt habe.
Unter anderem schweren Herzens auch diesen Kranz, der jetzt für vier Wochen unsere Haustür zierte. 
Wobei - der weiße Kranz hängt dort eigentlich ganzjährig und wird jahreszeitenentsprechend unterschiedlich geschmückt.
Für die Kommunion habe ich einfach noch zusätzlich einen etwas kleineren Kranz aus Buchs gebunden und 
in dem äußeren Kranz befestigt. 


Der einzige Schmuck außer einer breiten Baumwollspitze ist ein Kommunionkind-Klemmerle von susalabim,
die dem Kleinchen damit einen wahnsinnig großen Wunsch erfüllt hat (wir haben meistens irgendein Klemmerle aus
unser gar nicht mal so kleinen Sammlung im Kranz sitzen, aber mit einem Kommunionkind konnte ich
 nun wirklich nicht dienen ;-) Tausend Dank noch mal, liebe Susa, das war so eine Freude -
und ich habe auch schon eine Idee, wie ich mich ein wenig revanchieren kann 

So, und damit verabschiede ich mich mal in eine klitzekleine Blogpause.
Draußen ist Traumwetter und ein langes Wochenende steht vor der Tür,
das ausgiebig genutzt werden will.
Macht es Euch nett!

19. Mai 2017

Freitags-Favoriten IX

Jede Woche finde ich beim Stöbern im Internet interessante Dinge - was mich im Laufe der Woche
 beschäftigt, geärgert oder begeistert hat, will ich freitags mit Euch teilen und es gleichzeitig für mich bewahren.
Thematisch gibt es keinen roten Faden und die Links dürfen auch durchaus mal ein wenig abgelagert sein. 

Meine Freitags-Favoriten - heute unter anderem über die schlimmste Klasse der Schule, individuelle Grenzverläufe
und marokkanische Pfannkuchen.


"Ihr seid die schlimmste Klasse der Schule!"
Schon mal gehört? Bestimmt, denn auch meiner Erfahrung nach war schon mal jede/r in dieser Klasse. Das hier dokumentierte Gespräch hat neulich bei uns genau _so_ stattgefunden - zwischen mir, meiner empörten Drittklässlerin und der inzwischen mit fast allen Schul-Wassern gewaschenen Demnächst-Neuntklässlerin ;-)

Bei der Vorbereitung der obligatorischen Frühjahrs-Holland-Tour drüber gestolpert und dann weiter- und immer weitergelesen - über Baarle-Hertog, eine, ja was? niederländische? belgische? Gemeinde im Grenzgebiet beider Länder, durch die unzählige Grenzen verlaufen. Allein der Anblick in Maps ist sensationell ;-)

Schlecky Silberstein über die Piraterie von Bibi und Co, der ich mich vollumfänglich anschließe.
Die Große findet die Genannte zwar endblöd ("Die filmt sich doch nur noch den ganzen Tag dabei, wie sie das Geld verprasst, das sie durch ihre Klicks einnimmt, das ist total krank.") - aber ich sehe nicht wirklich, dass es die übrigen YouTuber irgendwie anders machen. Nur vielleicht weniger erfolgreich. Wobei das relativ ist. Das ist echt ein ganz böses Kinder-Abzocke-Business und zum Glück glaube ich an Karma, sonst könnte man daran verzweifeln ;-)

Am Sonntag war Muttertag - und ein 14jähriger aus Bayern hat sich auf ganz besonders bewegende Weise bei 
seiner Mama bedankt. Love it!

Auf meiner Nachbackliste diese Woche, ganz dringend:
Baghrir, marokkanische Pfannkuchen. Nicht nur im Wohnmobil.

Nachdem es in den letzten Tagen sonnig und heiß war, regnet es heute schon durchgehend seit dem Aufstehen -
 ich glaube, zum ersten Mal in diesem Jahr so richtiger Regen.
Die Gelegenheit für das Kleinchen, mal wieder ein Haus für die revoluzzzionären Matchboxpeople zu basteln :-)

Ich wünsche Euch allen ein wunderbares Wochenende 

18. Mai 2017

Schnell, schneller, Tube-Top { RUMS }

So schnell, wie dieses Top genäht ist, so schnell muss heute auch der Blogpost gehen -
denn der Garten ruft ;-)

Als es anfangs der Woche plötzlich so unfassbar warm wurde, verzog ich mich
rasch in die Kleine Werkstatt, um mal endlich umzusetzen, was ich schon seit vermutlich zwei Sommern
auf dem Zettel hatte: ein Tube-Top nach dem Tutorial von FrauLiebstes.
Blitzschnell genäht, gut sitzend und hölle praktisch.


Nicht, dass ich sowas im Alltag auf der Straße tragen würde, aber um bei der Gartenarbeit ein bißchen Bräune einzufangen, ist es einfach perfekt - und dafür habe ich die letzten Tage auch ausgiebig genutzt :-))

Und jetzt schnell rüber in den großen RUMS-Pool damit!
Denn auf mich warten jetzt noch ein paar Gemüsepflanzen, die dringend eingesetzt werden müssen,
wo es doch heute ein wenig kühler und bewölkt werden soll.....

16. Mai 2017

Streifen gehen immer!

Ist doch so, oder? :-)
Streifen sind zeitlos, klassisch und passen zu so ziemlich jedem anderen Muster.


Deswegen war auch ziemlich schnell klar, dass ich eine gestreifte Babydecke stricken wollte.
Da die vom Endmaß ja auch nicht sooo riesig ist, sprach wenig dagegen, sie so am Stück zu stricken.
Ansonsten bevorzuge ich ja eher das Häkeln von Decken in handlichen Quadraten ;-)


Nun aber eben mal am Stück - es war auch tiefster Winter, als ich damit anfing und das Baby wurde für April erwartet.
Es war also abzusehen, dass ich nicht noch im Hochsommer mit einer halbfertigen, wärmenden
Decke auf den Knien dasitzen würde ;-)
Kalkulierbares Risiko sozusagen.


Gestrickt habe ich glatt rechts, jeweils immer zwei Reihen in einer Farbe.
Den jeweils anderen Faden habe ich seitlich einfach immer mit hochgenommen, durch den kurzen Abstand ging das ganz gut. Was mich aber echt nervte, war die Tatsache, dass sich der Rand leicht einrollte, obwohl ich wie gewohnt einen Knötchenrand strickte, um genau das zu vermeiden *hmpf*
Aber bei glatt rechts reicht das wohl nicht aus. Learning by doing ;-)


Die Anleitung ist ein Freebie von Maschenfein Berlin, die Wolle eine ganz leichte Baumwoll-Kaschmir-Mischung:
  Sole von Pascuali, mit einer 4er Rundnadel gestrickt.
Insgesamt habe ich von Januar bis April daran gesessen, allerdings auch immer noch mit diversen
 Nebenbei-Beschäftigungen ;-)


Um das seitliche Einrollen in den Griff zu bekommen, habe ich die Decke am Ende noch mit einer Runde fester Maschen umhäkelt, das hat zum Glück gut funktioniert und gibt einen wunderschönen Abschluss. Tatsächlich werde ich dann aber nochmal einen weitere Decke in Angriff nehmen (die nächsten Babys und so, Ihr kennt das inzwischen.....) und dann versuchen, das Einrollen direkt in den Griff zu bekommen. Klar, es ist durchaus rechtstricktypisch, aber da windet sich mein innerer Monk schon ganz gewaltig, bei dem Anblick, auch wenn alles gut geworden ist *g*
Glattpatent habe ich schon gefunden, das scheint mir eine gute Lösung für den Anschlag zu sein
und dann versuche ich es vielleicht mal mit einem Kettrand....
Es bleibt spannend!

12. Mai 2017

12 von 12 { Mai 2017 }

Am 12. des Monats macht man zwölf aussagekräftige Bilder von seinem Tag - so funktioniert 12 von 12
Und wer dieses Spielchen allmonatlich gerne mitmacht, seht Ihr wie immer
  hier bei Caro in der Liste :-)


Start am Morgen: Lieblingspausenbrot für die Große schmieren. 
Da ich im Moment ja morgens nur eins machen muss, habe ich Zeit für solche Scherze ;-)


 Danach gibt es erst mal Frühstück für mich.
Großer Kaffee und die Zeitung dazu und der Tag ist mein Freund.
Jeden Morgen wieder....


Eine Stunde später gibt es auch Frühstück auf Bestellung für das inzwischen erwachte Kleinchen,
dem es heute zum ersten Mal deutlich besser geht.
Zwischendurch sogar fieberfrei, hurra!


Während sie frühstückt und noch eine ganze Weile länger leiste ich ihr dann Gesellschaft in ihrem Bett und lese ihr vor. Schon seit ein paar Wochen ist sie auf einem ganz irren "Bille und Zottel"-Trip - kennt Ihr die Bücher noch? 
Die habe ich als Kind geliebt und hatte alle 21 Bände.
Ich weiß gar nicht, ob es die heute noch gibt, aber ich hatte sie hier im Regal stehen und als das Kleinchen die entdeckte, war es sofort um sie geschehen...
Inzwischen sind wir (ich lese das nämlich zwischendrin wirklich gerne vor, ist immer noch schön ;-) 
bei Band 18 - das Ende ist absehbar....


Später liest die Missi selbst noch ein wenig weiter, während ich das Hochbeet auf dem Balkon wässere. Das erste Gemüse ist frisch rausgesetzt und hat gerade perfekte Bedingungen: warm und wolkig, so fällt die Umstellung gegenüber dem Frühbeet hinter dem Wohnzimmerfenster recht leicht.


Danach koche ich schnell noch ein paar Gläser Rote Bete ein, weil ich diese Woche in der Biokiste ein paar ganz tolle Exemplare vorfand. Zum ersten Mal habe ich sie gleich gewürfelt, weil ich sowieso meistens
  Clarettis Matschepfützen-Salat daraus mache. Und so passt auch mehr ins Glas.
Das Rezept fürs Einkochen habe ich von hier.


Egal was später hier hin kommt, es wird in jedem Fall hässlicher werden...
Gegen Mittag drehe ich ein schnelles Einkaufsründchen und bringe dem Kleinchen und mir gleich was zu essen mit. Eigentlich hätte sie heute schulfrei gehabt (also auch ohne Krankenschein) und der ursprüngliche Plan sah vor, morgens mit ihr zusammen zu Ikea zu fahren, um ihr einen neuen Schreibtisch und ein Bett zu kaufen. Die Große wollte die Gelegenheit nutzen, sich endlich mal wieder Mittagessen zu kochen - das darf sie nun trotzdem.


Auf dem Rückweg fahre ich noch am Gymnasium vorbei und hole die Große ab, die spontan darum gebeten hatte. Und weitere Mädchen, so viele, wie ins Auto passen. Freitag nachmittags ist hier im Dorf Jugendgruppe, 
wo die Freundinnen seit einer Weile zusammen hingehen.
Heute schon zwei Stunden früher als normal, weil der Termin vorgezogen wurde und sie vorher noch einkaufen müssen. Ich verteile die anderen Mädchen auf ihre jeweiligen Haustüren und wir eilen nach Hause. Das mit dem Kochen hat sich erledigt, die Zeit reicht gerade noch, um ein paar Reste zu essen, dann ist sie wieder weg.
Freitag, tolle Sache.


Das Kleinchen macht Mittagspause. Zeit für mich, um eine Kerze anzuzünden und alle meine Gedanken gen Norden zu schicken - heute ist die Beerdigung und sicher können alle dort ein paar gute Gedanken gebrauchen.
Aber ich habe ja versprochen, wieder zuversichtlich und optimistisch zu sein und daran 
versuche ich mich auch heute zu halten.....


Nachmittags hat das Kleinchen noch einen Termin beim Kinderarzt hinter den sieben Bergen zum Abhören. Da ich schon viele Jahre freiwillig kein Kinderarzt-Wartezimmer mehr betrete, nutzen wir (bzw. ich) die Wartezeit für einen kleinen Abstecher zum örtlichen Bäcker und hören dann zusammen ein Hörbuch im Auto. 
Lange dauert es aber nicht, bis wir gerufen werden.
Der Arzt ist erwartungsgemäß zufrieden, die Missi knistert zwar immer noch ordentlich, ist aber insgesamt 
deutlich auf dem aufsteigenden Ast.
"Drei Wochen Nordsee wären toll!" 
Wie gut, dass es uns im Sommer mit dem Wohnmobil tendenziell eh wieder ins Finstère zieht, wenn das Wetter mitspielt ;-)


Wieder zuhause widmet sich das Kleinchen seinem dicken Stapel Nacharbeit aus der Schule.
Eine Mathearbeit hat sie verpasst ("Kann ich eh alles!") und nächste Woche schreiben sie einen Aufsatz 
(Klar: "Kann ich eh!") und ein bißchen Üben könnte sicher auch nicht schaden.
Schon alleine, um es zu Lernen, dieses Lernen. 
Aber da kommt sie ganz nach ihrer Schwester, der in der Grundschule auch alles zufiel und die dann auf der weiterführenden Schule erst auf die ganz harte Tour lernen musste, dass man da nur noch "eh alles weiß", 
wenn man auch was dafür tut. Nun denn.
Ich freu mich schon drauf :-P 


Inzwischen sind die Große und der Mann auch zuhause und wir läuten das Woche mit einem feinen Tortellini-Salat ein, 
für den das Kleinchen sogar erstmals das Bett zum Essen verlässt.
Es geht aufwärts ;-)

10. Mai 2017

Kommunion-Kekserei

Etwas stand noch auf unserer Kommunion-Agenda, was ich noch gar nicht gezeigt habe.
Kleine Kekse, die das Kleinchen seinen Gästen fein verpackt neben den Teller legte -
ein Leckerli für den Heimweg quasi, wo wir doch den ganzen Tag fast nichts gegessen hatten *höhö*


Die Idee hatten wir bei Pinterest gefunden und farblich an die Tischdeko des Kleinchens angepasst.
Die scherte es nämlich kein bisschen, dass die Fischlein deswegen in rosa Wasser 
schwimmen mussten, pffft.
Kleingeistige Bedenkenträgerei!


Basis waren klassische Doppeldecker-Kekse.
Das Fondant haben wir ordentlich geknetet, dünn ausgerollt, mit einem Keksausstecher in Form gebracht, 
die Rückseite gaaaaanz minimal mit Wasser benetzt und auf den Keks gelegt.
Den Fisch ebenso - das Fondant an dieser Stelle ein wenig eingedrückt, Wasserhauch drauf, Fisch festgeklebt. Die Luftbläschen haben wir mit einem feuchten Schaschlik-Spieß vorgepikst und dann in jedes Loch eine Zuckerperle gedrückt.
Das hielt alles bombenfest und blieb auch schön knackig.
Eingepackt wurden die fertigen Schätzchen in kleine Pergamintütchen, so blieben sie auch schön frisch.


Wir haben die unseren dann abends ganz gechillt auf der Couch gegessen ;-)

Ganz gechillt gestaltet sich unser Leben im Übrigen auch jetzt gerade wieder.
Zumindest das von mir und dem Kleinchen - die liegt nämlich allen Ernstes schon wieder mit einer Lungenentzündung flach :( "Ein blöder Zufall" sei es, meinte der Kinderarzt, dass es sie schon wieder erwischt hat. Ich hoffe es sehr!
Sie pfeift genauso elend rum wie neulich, allerdings ist ihr Allgemeinzustand doch deutlich besser: 
Sie redet, isst und liest *g* Aufstehen geht allerdings gar nicht.
Wir versuchen also, uns es im Rahmen der Möglichkeiten nett zu machen.
Freundlicherweise ist es auch warm und sonnig genug, dass ich sie immer mal wieder ein Stündchen
 im Liegestuhl auf dem Balkon parken kann. 
Ein klarer Fortschritt zum Winter!
Aber ich wäre dann doch mal für Sommer und gesund und so.
Echt jetzt mal!

5. Mai 2017

Tagebuchbloggen? Nee. { 5. Mai 2017 }

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?"
Frau Brüllen fragt das an jedem fünften Tag des Monats und wer mag, schreibt fleißig mit.
Die übrigen WMDEDGT?-Einträge findet Ihr ab 17 Uhr hier.

Ja, Tagebuchbloggen....
Das war der Plan für den heutigen Tag, so wie (fast) jeden Monat eben, eine liebgewonnene Tradition. Aber nun ist mir plötzlich leider so gar nicht nach Alltag heute, deswegen will ich Euch stattdessen lieber etwas erzählen - über das Internet, das manchmal so viel besser ist als sein Ruf und ganz erstaunliche Dinge bewirkt.
So begann nämlich mein Fünfter - indem ich das alles hier heute nacht um halb eins aufgeschrieben habe,
 in der Hoffnung, danach endlich schlafen zu können....

An anderer Stelle habe ich hier ja schon ab und an über meine "andere Ecke des Internets" geschrieben,
abseits der Blogger- und DIY-Szene.
Dort findet sich seit nunmehr bald 15 Jahren(!) beinahe täglich eine Gruppe von Frauen zusammen, die zu Beginn
unseres Kennenlernens eigentlich nur eines gemeinsam zu haben schien:
Wir alle erwarteten irgendwann im Laufe des Jahres 2003 ein Kind.
Die typische, panische, hormonverwirrte Schwangerenversammlung, auf der Suche nach Hilfe und Zuspruch. Das Internet war damals relativ neu und schick (und sah noch ziemlich rudimentär und lustig aus, so im Nachhinein) - und es eröffnete einem ungeahnte Informationsquellen, die wir alle nur zu gerne nutzten.

Wir bekamen unsere Kinder, die Zeit wurde weniger und trotzdem blieben wir zusammen und schrieben weiter - was für ein unschätzbarer Pool an Unterstützung und Verstärkung, wenn alle gerade irgendwie im selben Boot sitzen - mit ähnlichen Wehwehchen, schreienden Babys und zu wenig Schlaf ;-)

Im Laufe der Zeit lernten wir uns besser kennen, die Kinder wurden größer, wir hatten wieder ausreichend Schlaf, ein Leben außerhalb des Babyplüsch und auch das teilten wir miteinander.
Irgendwann wechselten wir unsere Online-Heimat und im Zuge dessen wurden aus anonymen Nicknames echte Namen, zu den Geschichten gab es plötzlich Gesichter und überhaupt viel mehr Bilder. Man wusste, wo die anderen wohnten, manche besuchten und besuchen einander, Familien fahren zusammen in Urlaub, und gar nicht wenige unserer Kinder sind ebenfalls Freunde geworden, folgen sich einander auf instagram oder zocken online zusammen Minecraft.
Wir haben sie alle großwerden sehen und festgestellt, dass nächtliche Wandertouren mit dem schreienden Säugling auf dem Arm vielleicht doch nicht die größten Herausforderungen waren, vor die einen die Kinder so stellen ;-)
Manche von uns haben inzwischen erwachsene Kinder, aber es ist auch noch gar nicht so lange her,
dass zuletzt ein Baby auf die Welt kam....

Wir sind fast 100 Frauen, ein kleines Dorf - nur dass wir im ganzen Land und sogar darüber hinaus verstreut leben. Unter uns gibt es Christen, Muslime und Heiden, es gibt dicke und dünne, kleine und große, arme und reiche, junge und nicht mehr ganz so junge Mütter, sie leben in ganz unterschiedlichen Beziehungen oder auch nicht, sie arbeiten oder auch nicht. Manche sind Bücher- und manche Serienjunkies, manche auch beides oder nichts davon.
Manche nehmen kein Blatt vor den Mund und andere drehen jedes Wort dreimal um, bevor sie vielleicht doch lieber nichts sagen. Jede hat ihr Päckchen zu tragen, sei es ein großes oder ein kleines.
Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wenn es darauf ankommt, dann sind alle da und helfen, wo sie können.

Wir haben uns oft zusammen gefreut: über Schwangerschaften, durchschlafende Babys, neue Beziehungen oder Jobs, tolle Urlaubsbilder oder zuletzt gerade über die Konfirmationen vieler unserer Kinder. Wir haben vor dem Rechner gesessen und ganz tantenmäßig gedacht "Mensch, was sind die alle groß geworden!" Es gibt viele Gründe, sich gemeinsam zu freuen.
Wir haben auch schon oft zusammen gelitten: wegen schlimmen Krankheiten, verlorenen Jobs, gescheiterten Beziehungen oder der Ungerechtigkeit der Welt im Allgemeinen. Es gibt viele Gründe, gemeinsam zu leiden.
Aber immer haben es alle irgendwie wieder hinbekommen.

Wir haben auch schon getrauert, haben Männer und sogar Kinder gehen lassen müssen -
aber noch nie eine von uns.

Bis gestern.

Als der Scheixxdreckskrebs mal eben kurz auflachte und ein Leben so schnell beendete, dass noch nicht mal Zeit zum Verabschieden blieb. Wir hatten doch gerade erst in den "Kämpfen und Siegen"-Modus geschaltet.....

Das ist ein ziemlicher Einschnitt, und deswegen wird mein Tag heute nicht viel mehr sein als das:
Eine große Runde spazieren gehen, eine Kerze anzünden und mit meiner Familie möglichst schnell die Tür hinter mir schließen. Das muss für heute reichen.


Liebe Tanja, ich weiß, Du hast vom Beten nicht viel gehalten - dafür halte ich umso mehr davon und  bete heute einfach mal für Dich mit, schaden kann es ja nichts: Dass Du jetzt keine Schmerzen mehr haben musst. Dass das alles einen Sinn hat, auch wenn ich ihn gerade beim besten Willen nicht sehen kann. Dass Du von da oben immer noch so viel Lebensmut und Optimismus versprühen kannst, genug für Deinen Mann und Deine Tochter. Dass Du schützend über sie wachen kannst.
Dass es Dir gut geht und es schön dort ist, wo Du jetzt bist - wo auch immer das sein mag.
Du wirst es uns sicher nachsehen, dass wir heute alle traurig sind, auch wenn Dir das sicher nicht recht wäre.
Versprochen, ab morgen bemühen wir uns wieder um Zuversicht und Optimismus.
Mach's gut, Deine Plaudis werden Dich ganz sicher nicht vergessen....

Tja, auch das macht das Internet - dass Menschen zusammen leben und leiden, die sich sonst sicher im Leben nicht begegnet wären. Das Internet ist die Basis, die uns alle zusammenführt und -hält - und auch der Grund dafür, warum heute fast 100 Frauen irgendwo mit Tränen in den Augen vor dem Rechner sitzen und es hoffentlich schaffen, sich und der Familie Trost zu spenden, wenigstens ein bisschen.
Das Internet ist voller Hass und Hetze, aber es ist auch voller Liebe und Zuspruch - man muss nur ein wenig genauer hinschauen....